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Welche Voraussetzungen müssen für eine Feuerbestattung
erfüllt sein?
Es ist gesetzlich vorgeschrieben, eine Wartefrist von 48 Stunden nach
dem Ableben einzuhalten.
Die Willenserklärung zur Feuerbestattung muss vorliegen. Der
Verstorbene kann diese selbst zu Lebzeiten schriftlich niedergelegt
haben. Ist dies nicht der Fall, so sind der Ehegatte oder Verwandte
in der Reihenfolge des Grades ihres Verwandtschaftsverhältnisses
berechtigt, die Feuerbestattung für den Verstorbenen zu wählen.
Des weiteren bedarf es einer Genehmigung der Ortspolizeibehörde,
dass keine Anhaltspunkte für einen nicht natürlichen Tod
bekannt sind.
Weitere benötigte Unterlagen sind die Sterbeurkunde, vom Standesamt
ausgestellt, sowie die Todesbescheinigung, welche der Arzt
ausfertigt, der den Tod festgestellt hat.
Bei einem natürlichen Tod findet die 2. Leichenschau durch den
Amtsarzt oder Pathologen statt. Dieser Arzt untersucht den
Verstorbenen auf Spuren von Gewalteinwirkung und die Eintragungen in der
Todesbescheinigung auf Schlüssigkeit mit den
Zeichen (Totenflecken usw.) am Verstorbenen.
Bei einem nichtnatürlichen Tod oder einer ungeklärten
Todesursache wird der Verstorbene durch die zuständige
Staatsanwaltschaft zur Einäscherung freigegeben.
Sind diese Voraussetzungen erfüllt, prüft die Ordnungsbehörde
der Kommune, in welcher sich die Feuerbestattungsanlage befindet, die
Vollständigkeit der Papiere und gibt danach mit amtlichem Siegel den
Verstorbenen zur Einäscherung frei.
Was passiert im Ofen bei der Einäscherung?
Der Sarg wird mit der Sargeinfahrmaschine in den Ofen transportiert.
Um von der Steuerungselektronik die Freigabe für diesen Vorgang zu
erhalten, müssen folgende Faktoren erfüllt sein:
Die Asche der vorhergehenden Einäscherung muss über eine
vollautomatische Abschiebeeinrichtung von der Einäscherungskammer
in die Ausbrennkammer des Ofens transportiert worden sein.
Die Temperatur der Einäscherungskammer muss mindestens 750 °C
betragen und die Nachbrennkammer, in welcher die Abgase thermisch
gereinigt werden, muss mindestens 850 °C
nach den Vorgaben der 27. BImSchV (Siebenundzwanzigste Verordnung zur
Durchführung des Bundes-Immissionsschutzgesetzes) warm sein.
Durch die Strahlungshitze des glühenden Schamottemauerwerks
entzündet sich der Sarg sofort beim Einfahren in den Ofen. Die
Einäscherung erfolgt durch die Strahlungshitze i. V. mit der
computer-gesteuerten Verbrennungsluftzugabe. Der Verstorbene kommt nicht mit
der Brennerflamme in Berührung, der Gasbrenner der
Einäscherungskammer dient lediglich dazu, das Mauerwerk aufzuheizen.
Ein Einäscherungsvorgang in der Einäscherungskammer dauert ca.
60 min. Die Asche wird danach in die Ausbrennkammer geschoben und
bleibt dort noch einmal 60 min., um vollständig
auszumineralisieren, d. h., die noch vorhandenen organischen Stoffe
werden ausgetrieben, bis nur noch die saubere Asche übrig ist.
Wie wird garantiert, dass sich wirklich die richtige Asche in der Urne
befindet?
Der Sarg wird vor der Einlieferung in die Feuerbestattungsanlage vom
Bestatter mit einer Sargkarte versehen, auf der sich die Daten des
Verstorbenen befinden. Diese Daten werden in der
Feuerbestattungsanlage in die EDV aufgenommen und ein Sargetikett
ausgedruckt, auf welchem die Daten des Verstorbenen und die
Einäscherungsnummer vermerkt sind.
Das Sargetikett wird am Sarg befestigt, so dass die Särge nicht
verwechselt werden können.
Auf den Sarg wird ein hitzeunzerstörbarer Schamottestein gelegt, um
die Asche nach der Einäscherung zweifelsfrei zuordnen zu können.
Dieser Stein ist geprägt mit der Einäscherungsnummer und
dem Namen der einäschernden Feuerbestattungsanlage.
Er wird zusammen mit dem Sarg durch den Ofen transportiert und bleibt
hinterher in der Asche, so ist die Asche nach der Einäscherung immer
identifizierbar.
Werden mehrere Särge gleichzeitig eingeäschert?
Es wird immer nur ein Sarg mit einem Verstorbenen eingeäschert.
Wie viel Asche bleibt übrig und woraus besteht sie?
Die Menge der Asche richtet sich nicht nach dem Gewicht des Verstorbenen,
sondern danach, wie viel Kalk sich in den Knochen abgelagert hat.
Bei einem Erwachsenen sind es ca. 2,5 bis 4,5 kg grober, poröser
Einäscherungsrückstand.
Die Holzasche des Sarges ist leichter und wird während der
Einäscherung durch die Abgasreinigungsanlage abgesondert.
In der Ascheaufbereitungsanlage wird der poröse
Einäscherungsrückstand aus dem Calcium der Knochensubstanz
zerkleinert und in eine Aschekapsel gefüllt. Diese Kapsel
verschließt man mit einem Deckel, auf welchem sich die
Einäscherungsnummer, die Daten des Verstorbenen und der Name der
Feuerbestattungsanlage befinden.
Was passiert mit Implantaten und den Metallteilen des Sarges?
Man entnimmt die Asche in einem Metallbehälter aus dem Ofen und
stellt sie zum Abkühlen auf den Sortiertisch. Nach der Abkühlen
entfernt man die magnetischen Bestandteile mit einem Handmagneten.
Die nichtmagnetischen Teile, z. B. künstliche Hüftgelenke,
werden per Hand entnommen.
Metalle werden von Fachbetrieben entsorgt und dem Recyclingkreislauf
zugeführt. Anfallende Vergütungen für die metallischen
Abfallstoffe werden als Spende an gemeinnützige Einrichtungen,
wie z. B. umliegende Kindertagesstätten weitergeleitet.
Geht von einer Feuerbestattungsanlage eine Emissions- oder
Geruchsbelästigung aus?
Durch die optimalen Abläufe im Ofen unserer modernen
Feuerbestattungsanlage i. V. mit einer leistungsfähigen
Filteranlage gehen weder Geruchs- noch Emissionsbelastungen von ihr
aus.
Die 27. BImSchV (Siebenundzwanzigste Verordnung zur Durchführung des
BundesImmissionsschutzgesetzes) regelt die Eigen- und
Fremdüberwachung der umweltrelevanten Anlagendaten. Die
Feuerbestattungsanlage Südharz in Nohra / Kinderode ist mit
einem Emissionsrechner ausgestattet, welcher alle Daten, die er von
den Schadstoff und Temperaturmessgeräten bekommt, speichert und
in Klassen unterteilt. Die Tagesklassen werden am Jahresende zu einer
Jahresklassifizierung zusammengefasst, welche vom Gewerbeaufsichtsamt
kontrolliert und archiviert wird.
Zu dieser Eigenüberwachung kommt zusätzlich alle 3 Jahre der
TÜV, welcher den Schadstoffgehalt im Abgas misst.
Um die Eigenüberwachung sicherzustellen, kalibriert der TÜV
die Messgeräte. Somit werden diese und der Emissionsrechner
gleichzeitig einer Funktionsprüfung unterzogen.
Nicht nur aus emissionstechnischer Sicht ist die Feuerbestattung
umweltfreundlich. Der Zersetzungsprozess des Körpers in der Erde
setzt die Schadstoffe (Schwermetalle, Medikamente) frei, welche sich
im Lauf des Lebens angesammelt haben, sie können ins Grundwasser
gelangen. Bei der Feuerbestattung läuft der Fäulnisprozess des
Körpers unter ständig kontrollierten Bedingungen in 1 Stunde ab und
die Schadstoffe werden durch die Filteranlage ausgeschieden. Die Stoffe, die
in den Filtermedien gebunden werden, kommen durch ein
zertifiziertes Entsorgungsunternehmen in eine Untertagedeponie.
Woraus bestehen Sarg und Zubehör?
Die VDI 3891 regelt, aus welchem Material der Sarg, die Innenausstattung
und die Textilien sein dürfen. Der Sarg darf nur aus Vollholz
gefertigt sein, verwendete Lacke oder Beizen dürfen
bei der Einäscherung keine umweltgefährdenden Stoffe
freisetzen. Die Innenausstattung und die Textilien müssen aus
Naturstoffen, wie z. B. Baumwolle, gefertigt sein.
Kann die Urne mit nach Hause genommen werden?
In Deutschland geht das nicht, es besteht eine Bestattungspflicht für
Urnen auf Friedhöfen.
Es gibt jedoch eine Ausnahme, die Seebestattung. Die Asche wird hierbei
in einer wasser- löslichen Urne dem Meer übergeben.
Im Lauf der Zeit gibt es aber Bestrebungen, diese Bestattungspflicht zu
lockern bzw. aufzuheben.
Im europäischen Ausland besteht schon lange die Möglichkeit,
die Urne mit nach Hause zu nehmen bzw. die Asche am Lieblingsort des
Verstorbenen auszustreuen.
Kann in der Feuerbestattungsanlage Nohra / Kinderode eine Trauerfeier
ausgerichtet werden?
Eine Trauerfeier - weltlich sowie aller anderen Glaubensrichtungen - kann
durchgeführt werden.
Weiterhin ist eine Abschiednahme vor der Feuerbestattung in unserem
geschmackvoll eingerichteten Abschiednahmeraum möglich. Dieser
Raum enthält eine Audioanlage und einen Beamer, so dass noch
einmal die Lieblingsmusik des Verstorbenen gespielt bzw. Bilder
projiziert werden können.
Die Abschiednahme, natürlich auch mit Ansprache, kann von den
Angehörigen ganz nach eigenen Wünschen gestaltet werden.
Der Bestatter kann die Angehörigen dabei betreuen und in unserem
Hause begleiten.
Kann man bei der Einäscherung dabei sein?
In der Feuerbestattungsanlage Südharz in Nohra/Kinderode ist es
möglich, dass die Hinterbliebenen den Einfahrvorgang des Sarges
in den Ofen beobachten können.
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